Allgemeines

Den Begriff Biene assoziieren die meisten Menschen mit der Honigbiene (Apis mellifera), dem bekanntesten Insekt überhaupt. Um die wildlebenden Arten von dieser domestizierten Art zu unterscheiden, werden sie unter dem Terminus „Wildbienen“ zusammengefasst. Da mit Ausnahme der meisten Hummel- sowie einiger Furchen- und Schmalbienenarten die meisten Wildbienen nicht wie die Honigbiene in sozialen Gemeinschaften leben, werden Wildbienen zuweilen auch als „Solitär“- oder „Einsiedlerbienen“ bezeichnet. Bienen gehören zu der artenreichsten Instektenordnung in Mitteleuropa – den Hautflüglern (Hymenoptera). Sie sind durch zwei durchsichtige Flügelpaare sowie eine Eiablageröhre am Hinterleibsende der Weibchen charakterisiert, wobei Bienen innerhalb dieser Ordnung zur Untergruppe der Stechimmen (Aculeata) zählen. Genauso wie z.B. bei den Falten-, Weg- und Grabwespen sowie Ameisen ist bei den Vertretern der Stechimmen die Legeröhre zu einem mit einer Giftdrüse verbundenen Wehrstachel umgebildet (Scheuchl and Willner, 2016). Weltweit wurden bislang 20.452 Bienenarten beschrieben, wobei durch die laufenden Neubeschreibungen von einer deutlich höheren Zahl auszugehen ist. Je nach Großklima und Lebensraumvielfalt ist die Wildbienendiversität sehr unterschiedlich (Wiesbauer, 2017). Allein in Europa sind weit über 1000 Bienenarten nachgewiesen, wobei im deutschsprachigen Raum das Vorkommen von rund 740 Arten belegt ist (Amiet and Krebs, 2014). Die Wildbienenfauna Österreichs ist mit 690 Arten besonders vielfältig. Allein im Bundesland Niederösterreich gibt es mehr Bienenarten als in ganz Deutschland, Tschechien oder Slowenien. Gründe dafür sind zum einen die große Bandbreite an unterschiedlichen Höhenstufen, aber auch das Zusammentreffen des ozeanisch getönten westeuropäischen Klimas und des kontinental geprägten pannonischen Klimas. Somit entstehen zahlreiche Lebensraumtypen, die vom Steppensee und extremen Trockenstandorten im Tiefland bis hin zu hochalpinen Lebensräumen im Gletschervorfeld reichen, die zahlreichen Arten ein geeignetes Habitat bieten (Wiesbauer, 2017).